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Bettina Rheims

Bettina Rheims, 1952 in Paris geboren, ist seit Anfang der 80er Jahre eine der international gefragtesten Fotografinnen der Gegenwart.

chambre close Ihre erste fotografische Serie, die Stripteasekünstler und Seiltänzer zeigt, wurde 1981 in Soloausstellungen im Centre Pompidou und in der Galerie Texbraun in Paris gezeigt. Seither arbeitet Rheims für Modemagazine, Plattenfirmen und Werbeagenturen. Ihre erste Monografie 'Female Trouble' mit Portraits von Frauen wurde 1989 herausgegeben und von Ausstellungen in Deutschland und Japan begleitet.
Eine größere internationale Bekanntheit erreicht sie mit dem Bildband 'Chambre Close'. In den intimen Inszenierungen dieser Serie, deren Titel auf die 'Maisons closes' anspielt, steht die Kamera für das Auge eines fiktiven Voyeurs, dem die jungen Frauen sich auszuliefern scheinen. Serge Bramly verfasste dazu einen Text, das fiktive Tagebuch eines Amateur-Erotikfotografen.

more trouble "Wenn ich Frauen nackt zeige, dann nur deswegen, weil ich ihre Emotionen offen legen möchte", beschreibt Rheims ihre Arbeitsweise. "Ich möchte ihre Seelen in all ihrer Verletzlichkeit erfassbar machen – ganz im Gegensatz zu jener Nacktheit, die wir heute in allen Magazinen finden und die nur mit der Zurschaustellung von Haut zu tun hat. Ich liebe Sex, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass die Leute so viel über Sex reden, dass ihnen gar keine Zeit mehr bleibt, ihn zu vollziehen."

Ebenfalls in Zusammenarbeit mit Bramly ist die Serie I.N.R.I. entstanden, die zum ersten Mal 1999 in Berlin ausgestellt wurde. In großformatigen, knalligen Farb-Fotografien stellen Rheims und Bramly in einer psychiatrischen Klinik Szenen aus dem Leben Christi nach. In Frankreich begegnete die Veröffentlichung heftiger Kritik.

retrospektive Neuere Arbeiten sind 'Shanghai'(2003), 'More Trouble'(2004) und 'Heroïnes', die erstmals 2006 in der Galerie 'Jérôme de Noirmont' in Paris gezeigt wurde.

'Rétrospective' zeigt 133 Fotoarbeiten der berühmten und weniger bekannten Serien. Nach Oslo, Helsinki, Wien, Düsseldorf, Moskau und Rotterdam ist das MOCA Lyon die letzte Station der seit 2004 dauernden Tournee dieser Ausstellung.

Uwe Haack


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Rétrospektive
16.06. - 13.08.2006

MOCA, Musée d´Art Contemporain de Lyon, FR
Katalog
208 Seiten, Schirmer/Mosel 2004
ISBN : 3829600615 | amazon

More Trouble
240 Seiten, Schirmer/Mosel 2006
ISBN : 3829601069 | amazon

Chambre close
141 Seiten, Kehayoff 2001
ISBN : 3929078864 | amazon

Heroïnes
Gallery | paris-art.com

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